Glossar im Aufbau

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Männercoaches
Als Männercoaches oder life coaches bezeichnen sich Akteure auf Social Media, die ein rigides Männlichkeitsbild bestehend aus Stärke, emotionaler Härte, Kontrolle und Selbstoptimierung verbreiten. Nicht alle Coaches treten explizit antifeministisch auf, sondern zum Beispiel manche ‚nur‘ mit Fitness Content zur Stärkung des männlichen Körpers. Sogenannte maskulinistische Influencer oder manfluencer positionieren sich durch explizite Aussagen offen antifeministisch und misogyn. Ihre Rolle ist zentral für die Verbreitung der Narrative der Manosphere, denn sie erzielen hohe Reichweiten auf großen Plattformen wie TikTok und erreichen so vor allem junge Menschen.

Quellen:
Baker, Catherine/Ging, Debbie/Brandt-Andreasen, Maja (2024). Recommending Toxicity: The role of algorithmic recommender functions on YouTube Shorts and TikTok in promoting male supremacist influencers. Summary Report. Dublin: Dublin City University. Online verfügbar unter: https://www.dcu.ie/antibullyingcentre/recommending-toxicity-summary-report (abgerufen am: 14.11.2025)


Wittenzellner, Ulla/Dahlmüller, Till/Köhler, Lino/Klemm, Sarah (2025). Maskulinistische Influencer. In: Ulla Wittenzellner/Sarah Klemm (Hg.). Geschlechterreflektierte Pädagogik gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus. Berlin: Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V., 98–102. abrufbar auf https://interventionen.dissens.de/angebote/termine-news/detail/neue-paedagogische-handreichung-geschlechterreflektierte-paedagogik-gegen-diskriminierung-und-rechtsextremismus, aufgerufen am 24.08.2026.

 
Männerhass/ Misandrie
Männerhass oder auch Misandrie bezeichnet eine übersteigerte Abneigung oder Feindseligkeit gegenüber Männern. In antifeministischen Narrativen stellt die Aussage, Feminismus sei mit Männerhass verbunden oder gar gleichbedeutend, einen gängigen Vorwurf gegenüber Feminist*innen bzw. Befürworter*innen feministischer Positionen dar.

 
Männerrechtler
Männerrechtler sind Gruppen oder Einzelpersonen, die der Meinung sind, dass Männer durch feministische Bewegungen benachteiligt werden. Sie vertreten die Ansicht, dass Männer Opfer in der Gesellschaft seien und Frauen als die Verursacherinnen von Ungerechtigkeiten gelten. Deshalb setzen sie sich gegen vermeintliche Benachteiligungen ein, etwa im Familienrecht, im Bildungssystem oder in anderen Lebensbereichen.

Quellen:
Amadeu Antonio Stiftung. (2024). Zivilgesellschaftliches Lagebild Antifeminismus 2023. https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/zivilgesellschaftliches-lagebild-antifeminismus-2023/, abgerufen am 24.08.2026.

 
Manosphere
Die Manosphere ist eine lose verbundene plattformübergreifende Online-Community von Websites und Foren, die sich auf Männerrechte, antifeministische Ideologien und stereotypische Maskulinität konzentrieren.

Quellen:
Rothermel, A.-K. (2020). Die Manosphere. Die Rolle von digitalen Gemeinschaften und regressiven Bewegungsdynamiken für on- und offline Antifeminismus. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, 33(2), Article 2. https://doi.org/10.1515/fjsb-2020-0041

 
Meme
Als Memes werden Medieninhalte bezeichnet, die Botschaften über die Kombination von Bild, Text und Sound verbreiten. Die technischen Möglichkeiten der Plattform TikTok haben die Vielfältigkeit von Memes erweitert. Ob man die Bedeutung eines Memes versteht, hängt davon, ob man ein bestimmtes kulturelles Wissen hat oder zu einer bestimmten Community gehört. Die Kommunikationsform der Memefizierung (also reale Personen in Memes zu integrieren) bedienen sich auch Parteien wie die AFD. So werden beispielsweise auch Politiker*innen in Memes integriert.

Quellen:
Amadeu Antonio Stiftung: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/tiktok-begriffe-erklaert/, abgerufen am 17.01.2025.

 
Misogynie
Misogynie stellt Formen der feindseligen Diskriminierung dar, die sich direkt gegen Frauen und weiblich gelesene Personen richtet. Dazu kommt die systematische Abwertung von Weiblichkeit und allem, was traditionell mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht wird.

Quellen:
Amadeu Antonio Stiftung. (2024). Zivilgesellschaftliches Lagebild Antifeminismus 2023. https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/zivilgesellschaftliches-lagebild-antifeminismus-2023/

 
Multimodalität
Der Begriff Multimodalität stammt aus der Sprachwissenschaft und beschreibt die gleichzeitige Nutzung verschiedener Sinneskanäle zur Übermittlung von Informationen. Gerade auf Kurzvideoplattformen wie TikTok wird diese Art der Informationsvermittlung und Entstehung von Bedeutung durch die vielfältigen technischen Ebenen möglich. Neben der Bildebene und der dortigen Kommunikation durch Sprache/Mimik/Gestik gibt es die Möglichkeit über Sound, Hastags, Emojis, Schrift in Video und Caption Bedeutung zu transportieren. Dabei entsteht die Bedeutung oft erst durch die Kombination dieser verschiedenen Ebenen. Dies macht auch das Erkennen von subtilen (zum Beispiel antifeministischen) Inhalten herausfordernd.

Quellen:
Amadeu Antonio Stiftung: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/tiktok-begriffe-erklaert/, abgerufen am 17.01.2025.

 
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